
Unter dem Motto „pink goes green˝ wurde die Filiale Kärntnerstraße zum energieeffizienten Flagshipstore innerhalb der 560 Filialen der Drogeriemarktkette. Jährlich sollen 50 weitere, nach diesem Vorbild, umgerüstet werden. Wesentliche Kennzeichen der Sanierung sind Abwärmerückgewinnung aus der Lüftung, ein passivhausgeprüftes Glasportal an der Straßenfassade und die Dämmung der Kellerdecke. Energieeffiziente Beleuchtung senkt den Kühlbedarf, der im Handel meist mehr zu Buche schlägt, als der Heizbedarf. Einzig, die direkte Nutzung von Solarenergie am Dach des Hauses, ließ sich nicht verwirklichen, da der Vermieter nicht zustimmte.
Einsatz von möglichst vielen Passivhauskomponenten bei der Sanierung eines Geschäftslokals im Bestand.
Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.
Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen. Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.
Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.
| Heizwärmebedarf HWB/vorher | Heizwärmebedarf HWB/nachher |
100,56 kWh/(m2a) | 13,89 kWh/(m2a) |
Download EA_Bipa_Kaerntnerstr vor Sanierung_2009-03-01.pdf (46.03 KB) Energieausweis vor dem Umbau | Download EA_Bipa_Kaerntnerstr nach Sanierung_2009-03-01.pdf (46.03 KB) Energieausweis nach dem Umbau |
2,49 kWh/(m2a)
25,3 Tonnen/Jahr
Die Außenwand der Portalseite besteht aus 5 cm Wärmedämmung, die von 1 mm dickem Blech ummantelt ist. Dies ergibt einen U-Wert von 0,704 W/m2K. Seit der Sanierung, ist die Fassade mit der oben angeführten Passivhaus-Verglasung voll verglast.
Die Dämmung der Geschossdecke hofseitig, wurde von 5 cm auf 30 cm erhöht. Durch diese Maßnahme sinkt der Wärmeverlust über die oberste Geschoßdecke um etwa 80% und ergibt einen neuen U-Wert von 0,127 W/m2K.
An der Kellerseite des bisherigen Aufbaus werden 16 cm dicke Kellerdämmplatten aufgebracht. Dieser neue Aufbau ergibt einen U-Wert von 0,155 W/m2K.
An der Kellerseite des bisherigen Aufbaus werden 16 cm dicke Kellerdämmplatten aufgebracht. Dieser neue Aufbau ergibt einen U-Wert von 0,155 W/m2K. Dies verringert die thermischen Verluste über die Kellerdecke um drei Viertel.
Drei-Scheiben-Isolierverglasung U = 0,7 W/(m2K)
Fernwärme Wien
Torluftschleier
WRG 80%
Umstellung auf Grünstrom (zu 100% aus Wasserkraft),
Hocheffiziente Rasterleuchten, Leuchtenwirkungsgrad > 70%
Einsprung von Heizenergie durch thermische Sanierung (80%)
Effizienzsteigerung der Beleuchtung: Hocheffiziente Rasterleuchten, Leuchtenwirkungsgrad > 70%, Senkung Stromverbrauch um 35%
Verringerung CO2 Ausstoß -> Wechsel zu Grün-Strom.
Aus der Abluft über die Lüftungsanlage
Um den Einsatz von erneuerbaren Energieträgern zu erhöhen, steigen diese Filialen auf Grünstrom um, der zu 100% aus Wasserkraft gewonnen wird. Die Einsparungen stehen im Vergleich zum Strommix vom bisherigen Stromlieferanten EAH Austria.
Senkung des Kühlbedarfs durch energieeffizientes Beleuchtungskonzept.
Filiale Kärntnerstraße ca. € 482.000,-
durch thermische Maßnahmen: 15 MWh Wärme 4,16 Tonnen/Jahr CO2
durch erneuerbare Energieträger (Grünstrom, aus 100% Wasserkraft): 98% 25,3 Tonnen/Jahr CO2
keine zusätzlichen Fördermittel beansprucht
2.300,- €/m2
Sommer 2009: Start Sanierung der Filiale Kärntnerstraße
Dezember 2009: Eröffnung der sanierten Filiale
Nutzung von Solarenergie durch mangelndes Interesse der Hauseigentümer nicht durchführbar (Mietobjekt, Dach ist in Entscheidungsgewalt der Eigentümer).