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Bipa
Gesamtüberblick
 
Executive Summary

Unter dem Motto „pink goes green˝ wurde die Filiale Kärntnerstraße zum energieeffizienten Flagshipstore innerhalb der 560 Filialen der Drogeriemarktkette. Jährlich sollen 50 weitere, nach diesem Vorbild, umgerüstet werden. Wesentliche Kennzeichen der Sanierung sind Abwärmerückgewinnung aus der Lüftung, ein passivhausgeprüftes Glasportal an der Straßenfassade und die Dämmung der Kellerdecke. Energieeffiziente Beleuchtung senkt den Kühlbedarf, der im Handel meist mehr zu Buche schlägt, als der Heizbedarf. Einzig, die direkte Nutzung von Solarenergie am Dach des Hauses, ließ sich nicht verwirklichen, da der Vermieter nicht zustimmte.

Ausgangszustand
Gebäude
Eigentümer/ Betreiber: BIPA Parfümerie GmbH

Ansprechpartner / Kontaktpersonen: DI Siegfried Schattauer

Standort: 1010 Wien, Kärntnerstraße 1-3

Gebäudetyp: Gewerbebetrieb

Errichtungsjahr Bestandsgebäude: 1984

Größe (BGF): 210 m2

 
Motiv für die Sanierung
Ziele
Vision
Wünsche/Ziele Bauherr
  • „pink goes green” BIPA realisiert next generation Filialen der Nachhaltigkeit.
  • Modernisierung der Filialen, ganzheitliches Modell für klimaschonende Sanierung -> Vorzeigeobjekte
  • Einsatz von Passivhauskomponenten (u.a. umfassende Überarbeitung des Lichtkonzeptes, Dreischeiben-Verglasung U <= 0,7 W/(m2K), Lüftungsgerät mit 80% WRG) Verringerung Heizenergie Verringerung CO2 Ausstoß.
Ziele Planer

Einsatz von möglichst vielen Passivhauskomponenten bei der Sanierung eines Geschäftslokals im Bestand.

Kennzahlen
Erklärung der Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen. Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

 
Heizwärmebedarf HWB/vorherHeizwärmebedarf HWB/nachher

100,56 kWh/(m2a)

13,89 kWh/(m2a)


Download
EA_Bipa_Kaerntnerstr vor Sanierung_2009-03-01.pdf (46.03 KB)
Energieausweis vor dem Umbau

Download
EA_Bipa_Kaerntnerstr nach Sanierung_2009-03-01.pdf (46.03 KB)
Energieausweis nach dem Umbau
Kühlbedarf

2,49 kWh/(m2a)

CO2 Einsparung pro Jahr

25,3 Tonnen/Jahr

 
Maßnahmen
Gebäudehülle
Bauteilaufbauten

Die Außenw­­­­and der Portalseite besteht aus 5 cm Wärmedämmung, die von 1 mm dickem Blech ummantelt ist. Dies ergibt einen U-Wert von 0,704 W/m2K. Seit der Sanierung, ist die Fassade mit der oben angeführten Passivhaus-Verglasung voll verglast.
Die Dämmung der Geschossdecke hofseitig, wurde von 5 cm auf 30 cm erhöht. Durch diese Maßnahme sinkt der Wärmeverlust über die oberste Geschoßdecke um etwa 80% und ergibt einen neuen U-Wert von 0,127 W/m2K.
An der Kellerseite des bisherigen Aufbaus werden 16 cm dicke Kellerdämmplatten aufgebracht. Dieser neue Aufbau ergibt einen U-Wert von 0,155 W/m2K.
An der Kellerseite des bisherigen Aufbaus werden 16 cm dicke Kellerdämmplatten aufgebracht. Dieser neue Aufbau ergibt einen U-Wert von 0,155 W/m2K. Dies verringert die thermischen Verluste über die Kellerdecke um drei Viertel.

Fensterqualität

Drei-Scheiben-Isolierverglasung U = 0,7 W/(m2K)

Haustechnik
Heizung

Fernwärme Wien
Torluftschleier

Lüftung

WRG 80%

Elektro

Umstellung auf Grünstrom (zu 100% aus Wasserkraft),
Hocheffiziente Rasterleuchten, Leuchtenwirkungsgrad > 70%

Energieeffizienz
Maßnahmen zur Effizienzsteigerung

Einsprung von Heizenergie durch thermische Sanierung (80%)
Effizienzsteigerung der Beleuchtung: Hocheffiziente Rasterleuchten, Leuchtenwirkungsgrad > 70%, Senkung Stromverbrauch um 35%
Verringerung CO2 Ausstoß -> Wechsel zu Grün-Strom.

Abwärmenutzung

Aus der Abluft über die Lüftungsanlage

Nutzung erneuerbarer Energiequellen

Um den Einsatz von erneuerbaren Energieträgern zu erhöhen, steigen diese Filialen auf Grünstrom um, der zu 100% aus Wasserkraft gewonnen wird. Die Einsparungen stehen im Vergleich zum Strommix vom bisherigen Stromlieferanten EAH Austria.

Besondere Lösungen

Senkung des Kühlbedarfs durch energieeffizientes Beleuchtungskonzept.

Ergebnisse
Kosten
Investitionskosten

Filiale Kärntnerstraße ca. € 482.000,-

Einsparungen im Betrieb

durch thermische Maßnahmen: 15 MWh Wärme 4,16 Tonnen/Jahr CO2
durch erneuerbare Energieträger (Grünstrom, aus 100% Wasserkraft): 98% 25,3 Tonnen/Jahr CO2

Förderungen

keine zusätzlichen Fördermittel beansprucht

Kosten je m2 BGF

2.300,- €/m2

Dokumentation
Planung
Pläne Architektur/Hochbau
 
Bauphase
Chronologie/Bautagebuch

Sommer 2009: Start Sanierung der Filiale Kärntnerstraße
Dezember 2009: Eröffnung der sanierten Filiale

Persönliche Erfahrungen
Planungs-/Bauphase
Hindernisse im Planungsprozess

Nutzung von Solarenergie durch mangelndes Interesse der Hauseigentümer nicht durchführbar (Mietobjekt, Dach ist in Entscheidungsgewalt der Eigentümer).

Kontaktdaten
Firma: BIPA Parfümerie GmbH
Ansprechperson: DI Siegfried Schattauer
Adresse: A – 2355 Wiener Neudorf, Industriezentrum NÖ-Süd, Straße 3, Obj. 16
Webadresse: www.bipa.at