
Die Aussicht auf ein zeitgemäßes Bürogebäude mit hoher Arbeitsplatzqualität für die Mitarbeiterinnen und Miterabeiter, war für den Immobilienunternehmer Paul Edlauer das Motiv, den alten Bürostandort im Zentrum St.Pöltens zu verlassen. In der Josefstraße fand sich 2006 das geeignete Objekt, Baujahr 1962, für dessen Sanierung auf Niedrigenergiehaus- Standard ein geladener Architektenwettbewerb ausgeschrieben wurde. Nach einer Bauzeit von einem Jahr, konnte das fertig sanierte Objekt Mitte 2009 bezogen werden. Fußbodenheizung/-kühlung tragen ebenso wie die Komfortlüftung zum angenehmen Raumklima bei, wobei die Wärme von der Fernwärme und die Kälte aus dem Grundwasser durch Direktkühlung bezogen werden. Energieeffiziente Leuchten, außenliegende Verschattungen und Nachtauskühlung durch Fensterlüftung ergänzen das Energiekonzept.
Plattenbau mit einem Geschäftsgeschoss im EG und 2 Wohngeschossen, unverändert zu Errichtung 1962.
Keine ausreichende Belichtung für modernes Bürogebäude, Raumaufteilung nicht passend, Wärme- und Schallschutzstandard nicht angemessen.
Der ehemalige Standort der Realkanzlei war abgewirtschaftet, aber für Sanierung nicht tauglich, deshalb war die Suche eines zu sanierenden Objektes, die gewählte Strategie.
Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.
Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.
Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge, die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.
Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen, oder zu erhalten.
| Heizwärmebedarf HWB/vorher | Heizwärmebedarf HWB/nachher |
HWB-ref = 142 kWh/(m2a) | HWB-ref= 22 KWh/(m2a) |
Download EA Josefstrasse EP_V2_vorher.pdf (39.43 KB) Energieausweis vor dem Umbau | Download EA Josefstrasse EP_V2_nachher.pdf (39.43 KB) Energieausweis nach dem Umbau |
KB* = 0,2 kWh/(m3a)
39 Tonnen/Jahr
20 cm Vollwärmeschutz zusätzlich zu den Bestandsdämmplatten 2x 3,5cm Heraklith und ab OG1 hinterlüftete Glasschuppen- und Eternitfassade; Dach 26+5cm Zwischensparrendämmung, 5cm Perimeterdämmung
Dämmstoff Außenwände EPS, Dämmstoff Dach Mineralwolle, Perimeterdämmung XPS
3-Scheiben Wärmeschutzverglasung ohne gedämmte Rahmen; U=1,1W/m2K; g-Wert 0,3
Perimeterdämmung zur Vermeidung von Wärmeverlusten entlang der Grundmauern
Ergebnis Blower-Door-Test: 1,41 1/h (gefordert <= 1,50 1/h)
Deaktivierter, aber vorhandener Gasanschluss,
Fernwärmeanschluss und Grundwassernutzung zur Vorwärmung,
Wärmeabgabe über Fußbodenheizung und Wandheizung, die auch zur Kühlung verwendet werden können (Bauteilaktivierung).
Raumregelung über Raumthermostat
Grundwassernutzung, Kühlung der AUL
Zusätzlich über Deckensegel bzw. Fußbodenheizung
Kreuzgegenstrom-WT, 1.500 m3/h
Vorwärmung/Vorkühlung der AUL über Grundwasser,
freie Nachtkühlung
Regelung über EIB, einzelnen Zonen individuell zeitlich geregelt, minimaler Luftwechsel immer aktiv
WW zentral (Fernwärme)
Präsenz- und tageslichtabhängige Lichtsteuerung im Gebäude.
Außenbeleuchtung: Steuerung nach Tageslicht, Dämmerung und Zeit.
Steuerung der Außenjalousien nach Himmelsrichtung, Messung der Lichtstärke über Wetterstation.
EIB-Bus, Regelung nach Anwesenheit und Zonen
Therm. hochwertig sanierte Gebäudehülle inkl Fenster, konstruktiver Sonnenschutz, gesteuert durch Wetterstation -> geringerer Wärmeeintrag Sommer -> geringerer Kühlbedarf
Wärmerückgewinnung aus der Abluft in der Lüftungsanlage
Grundwasser
Grundwasser/Versickerungsbrunnen so dimensioniert, dass Umstieg auf Wasser-Wärmepumpe möglich ist (wegfallen der Fernwärme).
Gesamt ca. € 1,500.000,-
Nennwärmeleistung Altanlage: 50 kW
nach Sanierung: 20kW
prognostizierte Einsparung: 5880,- €/a
Zinsgünstiges Darlehen des Landes NÖ unter dem Titel der Wirtschafts- und Tourismusförderung Darlehenslaufzeit 10 Jahre Darlehenshöhe € 600.000,-.
KPC-Umweltförderung € 86.000,- Direktzuschuss.
1.800,- €/m2
Sommer 2008: Start der Abbruchmaßnahmen
Sommer 2009: Fertigstellung und Besiedlung des sanierten Gebäudes