
Nach einer Bauzeit von nur drei Monaten wird der Rohbau des Holzwohnbaus bis Anfang April fertig gestellt sein. Damit folgt auch Österreich dem internationalen Trend zu großvolumigen Holzbauten im städtischen Bereich. Die innovative Wohnanlage ist das Ergebnis des 2009 vom Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig in Zusammenarbeit mit dem Wohnfonds Wien initiierten Bauträgerwettbewerbs „Holzbau in der Stadt“. Als Sieger des Wettbewerbs ging das Projekt der beiden Architekturbüros Hagmüller Architekten und Schluder Architektur sowie des Bauträgers, der Familie, Gemeinnützigen Wohn- und Siedlungsgenossenschaft, hervor.
Mit der Wiener Techniknovelle, die im Sommer 2008 in Kraft trat (Richtlinie OIB1 - Gleichwertigkeit der Materialien), wurden erstmals alle notwendigen Rahmenbedingungen festgelegt, die den Einsatz von Holz auch im mehrgeschossigen Wohnbau der Gebäudeklasse 5, d.h. bis maximal sieben Geschosse, ermöglichen. Die insgesamt 101 Wohnungen umfassende Anlage an der Wagramer Straße besteht aus einem siebengeschossigen Baukörper (Bauteil A, Schluder Architektur) sowie aus drei niedrigeren, je dreigeschossigen Riegeln (Bauteil B, Hagmüller Architekten). Auf das Erdgeschoß in Massivbauweise werden die 6 Geschoße in Holzbauweise in einer Bauzeit von 3 Monaten drauf gesetzt. Kreuzweise verleimte Massivholzelemente (Brettsperrholz) bilden die Wohnungstrennwände sowie das Trägermaterial der Gebäudehülle. Für die horizontalen Bauteile kommen Holzbetonverbund-Elemente zum Einsatz. Im Projekt werden insgesamt 2.500 m3 an Brettsperrholz verbaut. Der Holzbau wirkt zudem als CO2-Speicher. International ist der Holzbau auch im großvolumigen Bauen in der Stadt im Vormarsch. In den Nachbarländern Deutschland, Schweiz und zuletzt auch in Italien entstanden Wohnbauten mit bis zu 9 Geschossen in Holzbauweise. Der Wohnbau in der Wagramer Straße ist nach mehreren Pilotprojekten ein wichtiger Schritt, dem Holzbau in Wien und Österreich zu mehr Akzeptanz und Routine zu verhelfen. Mehr dazu erfahren Sie hier. 24.1.2012